Stolpersteine in Diez

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“

So zitiert der Künstler Gunter Demnig den Talmud. Er ist für die Verlegung von über 75.000 sogenannten Stolpersteinen in Europa verantwortlich. Stolpersteine sind Gedenktafeln, die an die Opfer des Nationalsozialismus im öffentlichen Raum erinnern. Sie weisen auf ihren letzten freiwillig gewählten Wohnort hin und erinnern an ihr Schicksal von Flucht, Vertreibung und/oder Ermordung. Die kleinen Gedenksteine, die im Boden eingelassen werden, sollen im übertragenen Sinn zu einem gedanklichen Stolpern und einer Erinnerung führen, sodass die Namen der Opfer nicht in Vergessenheit geraten. Mehr Informationen hierzu können Sie auf der Website des Künstlers finden.

Der Arbeitskreis Stolpersteine wurde im Sommer 2018 vom damaligen Bürgermeister Frank Dobra als lockerer Arbeitskreis ohne institutionelle Anbindung initiiert. Schon mehrere Jahrzehnte lang hatten sich bereits viele Diezer Bürgerinnen und Bürger für ein angemessenes Gedenken eingesetzt. Aus rechtlichen Gründen war es dann im Herbst 2019 sinnvoll, den Arbeitskreis in den Museums- und Geschichtsverein organisatorisch einzugliedern. Der Vereinszweck, das kulturelle Gewissen in Diez zu pflegen und zu vertiefen, passt hervorragend mit den Zielen der Arbeitsgruppe zusammen.

Aktueller Stand

Der Arbeitskreis bereitet die diesjährige Verlegung einer Stolperschwelle und mehrerer Stolpersteine in Diez vor und begleitet diesen Prozess darüber hinaus, um an die jüdischen Diezer Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern.
Nach umfassender Recherche- und Archivarbeit steht die Arbeitskreis in dauerhaften Kontakt zu dem Künstler Gunter Demnig und seinem Team, um die anstehenden Verlegungen vorzubereiten. Begleitend dazu gibt es im Mai 2020 einen Vortrag von Dr. Michael Ströder und im Juni 2020 einen Informationsabend. Die ersten Verlegungen, u. a. zur Erinnerung an die Zwangsräumung des Deutsch-Israelitischen Kinderheimes in Diez, werden am 20. August 2020 stattfinden.

Eine kleine Chronik

2019

Arbeitskreis gliedert sich in den Museums- und Geschichtsverein ein

2018

  • Begehung des Rundwegs jüdischer Erinnerungsorte mit dem Stadtrat der Stadt Diez und dem Sophie-Hedwig-Gymnasium (SHG)
  • Entscheidung des Stadtrates für Gedenktafeln an den ausgewählten jüdischen Erinnerungsorten
  • Gedenken an die Reichspogromnacht am Ort der ehemaligen Diezer Synagoge veranstaltet durch die Gedenkinitiative Limburg-Diez

2015

Planung und anschließende Begehung des Rundwegs jüdischer Erinnerungsorte mit Vertretes des Sophie-Hedwig-Gymnasiums. Bereits hier wurden Hinweise auf die Notwendigkeit von Stolpersteinen vor den ehemaligen Häusern jüdischer Bürgerinnen und Bürger gegeben.